Grundwassersituation im Blumenviertel - Kurzüberblick in 60 Sekunden
Grundwassersituation im Blumenviertel – Kurzüberblick in 60 Sekunden
Wo liegt das
Problem?
Das Rudower Blumenviertel ist seit über 30 Jahren von hohen Grundwasserständen betroffen: Reduzierung und Wegfall der Grundwasserförderung im nahe gelegenen Wasserwerk
Johannisthal (—> Altlasten!). Dadurch starker Grundwasseranstieg im Blumenviertel. Ohne Regulierung gefährdet diese Situation bebaute Grundstücke (Standsicherheit der
Gebäude) und die Gesundheit der Menschen (u.a.
Krebs erregende Schimmelbildung, Rheuma).
Welche Folgen hatte das Auffinden der Altlasten für das Blumenviertel?
Die Rudower Brunnengalerie im Glockenblumenweg ist wesentliche Folge der nach 1989 im Einzugsgebiet des Wasserwerk Johannisthal festgestellten Altlasten und der im Rahmen des Ökologischen Großprojekts Berlin Südost überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanzierten Sanierung des Einzugsgebietes. Das bewirkte eine dauerhafte Veränderung des Grundwasserförderregimes des Wasserwerkes und machte eine kontinuierliche wasserwirtschaftliche Steuerung der Grundwasserstände im Rudower Blumenviertel (Brunnengalerie) erforderlich.
Wie viele bebaute Grundstücke sind im Blumenviertel betroffen?
Flächenhafte Betroffenheit von ca. 80 % der rund 2.250 bebauten Grundstücke. Kein Einzelproblem!
Welche Rolle spielt die Brunnengalerie
im Glockenblumenweg?
Der Betrieb der Brunnengalerie im Glockenblumenweg ist derzeit der einzige Schutz des Rudower Blumenviertels vor siedlungsunverträglichen Grundwasserständen. Mit Zustimmung des
Berliner Abgeordnetenhauses zur Finanzierung (1995) lief die Brunnengalerie 25 Jahre lang (von 1997 bis 2022) im Regelbetrieb.
Was ist seit 2022 mit der
Brunnengalerie passiert?
Nach der ersatzlosen, faktisch unbegründeten Abschaltung der Anlage im Juni 2022 kam es wiederholt zu erhöhten Grundwasserständen mit Schäden an den Bausubstanzen und zu Gesundheitsgefährdungen.
Deshalb wurde die Anlage (2022 / 2023) zunächst in einen temporären Notbetrieb versetzt und seit Mitte 2024 in einen kontinuierlichen Notbetrieb.
Wer finanziert(e) die Brunnengalerie von 1995 bis heute?
Finanzierung von Planung und Bau (1995 bis 1997), von Regelbetrieb und Notbetrieb (seit 1997 bis fortlaufend) und im Doppelhaushalt 2026 / 2027: durch den Senat.
Was wird derzeit
untersucht?
Machbarkeitsstudien zur Weiterentwicklung der Grundwassersteuerung im Viertel im Zusammenhang mit der für 2030 / 2031 geplanten Wiederinbetriebnahme des Wasserwerkes
Johannisthal.
Welchen Status hat die Brunnengalerie im Jahr 2026?
Das Rudower Blumenviertel ist „Pilotgebiet Grundwasser“ und Teil einer landesweiten Strategie zur nachhaltigen Grundwassersteuerung.
Was ist jetzt
notwendig?
Verstetigung: Überführung der Brunnengalerie aus dem Notbetrieb in eine dauerhafte strukturelle Lösung mit klarer Organisation, Zuständigkeit und rechtlicher
Einordnung für ihren Betrieb im Rahmen der landesweiten Strategie. Das Berliner Abgeordnetenhaus ist jetzt gefordert —> Entschließungsantrag (unter "Fakten und Stellungnahmen 2026" v. 12.05.2026).
Zeitlicher Entwicklungsprozess der Grundwasserregulierung im Blumenviertel
|
Zeitraum |
Ereignis |
Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
|
1997 |
Inbetriebnahme der Brunnengalerie |
Einrichtung einer Anlage zur Regulierung des Grundwasserstands |
|
1997–2022 |
Regelbetrieb |
Finanzierung und Betrieb durch den Senat |
|
30.06.2022 |
Abschaltung |
Einstellung des Regelbetriebs |
|
ab 01.07.2022 |
Anlage außer Betrieb |
Anlage bleibt technisch erhalten |
|
Dezember 2022 |
Starkregenereignis |
Erste erhöhte Grundwasserstände nach Abschaltung |
|
2022–2023 |
Temporärer Notbetrieb |
Vom Senat finanzierter Notbetrieb zur Stabilisierung |
|
März–Juni 2024 |
Niederschlagsreiche Periode |
Persistente Belastungssituation |
|
ab ca. Mitte 2024 |
Kontinuierlicher Notbetrieb |
Vom Senat finanzierter, dauerhafter Notbetrieb |
|
2024–2025 |
Machbarkeitsstudien |
Untersuchung zur Weiterentwicklung der Grundwasserregulierung |
|
2026–2027 |
Haushaltsmittel |
Temporäre Finanzierung durch den Senat |
|
2026 |
Einstufung als Pilotgebiet Grundwasser |
Integration in die landesweite Strategie zur nachhaltigen Grundwassersteuerung |
S O S !
Grundwassernotlage in
Berlin Rudow und Johannisthal